Discuto is Loading your document from Drive

It can take a while depending on the size of the document..please wait

Discuto überträgt Ihr Dokument

Dies kann etwas dauern und ist abhängig von der Größe des Dokuments...

Discuto is creating your discussion

Please do not close this window.

Discuto speichert Ihren Kommentar

Haben Sie gewusst, dass man über Kommentare abstimmen kann? Sie können auch direkt auf Kommentare antworten!

Ihre Einladungen werden jetzt versandt

Das kann einige Zeit dauern - bitte verlassen Sie diese Seite nicht.

Online-Konsultation der Endlager-Kommission

17 TeilnehmerInnen
26 Kommentare
835 Stimmen

Teil B: 6.6 - 6.9 Anforderungen an die Einlagerung – F&E

Status: Geschlossen

Sichtbarkeit: Öffentlich  

Bitte registrieren Sie sich, um an der Diskussion des Dokuments bis zum 18.9.16 teilzunehmen.

Nach der Registrierung können Sie

●      für jeden Absatz Zustimmung (Daumen nach oben) oder Ablehnung (Daumen nach unten) signalisieren, indem Sie auf die entsprechenden Symbole klicken

●      Kommentare verfassen.

Wenn sich Ihr Kommentar auf einen spezifischen Textteil innerhalb eines Textblocks beziehen soll, markieren Sie diesen bitte, bevor Sie den Kommentar schreiben. Der markierte Text wird dann als Überschrift in den Kommentar integriert.

Bitte klicken Sie auf "Diskussion verfolgen" auf der rechten Seitenleiste, wenn Sie über den Diskussionsverlauf informiert werden wollen (z.B. Benachrichtigung bei Kommentaren, Tageszusammenfassung). 

Eine Übersicht über alle derzeit konsultierten Dokumente finden Sie hier.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Kontaktmöglichkeiten auf der Seite oder schreiben ein eMail an office@cbased.com.

Vielen Dank für Ihre Beiträge!

6.6.1 Priorität: Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle

 
001

Gesetzesziel[1] des Standortauswahlverfahrens ist die Auswahl eines Standortes für ein Endlager insbesondere für hoch radioaktiver Abfälle. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass für den auszuwählenden Standort zusätzlich auch schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu Endlagerung in Betracht gezogen werden. Die Kommission kam daher auf Bitte des Bundesumweltministeriums, auch mit Blick auf das von der Bundesregierung am 12. August 2015 beschlossene Nationale Entsorgungsprogramm[2] und den dort beschriebenen Bedarf, neben den hoch radioaktiven Abfällen auch bestimmte schwach- und mittelradioaktive Abfälle an dem auszuwählenden Standort endzulagern, darin überein, auch notwendige Randbedingungen für eine Endlagerung von schwach-, mittel- und hoch radioaktiven Abfällen an einem Endlagerstandort zu formulieren.[3] Die Kommission hat diesbezüglich in ihrer 17. Sitzung am 19. November 2015 folgenden Beschluss gefasst:

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
9 Stimmen
 
002

"Im Bericht werden insbesondere die Auswahlkriterien für einen Standort für HAW-Abfälle dargestellt. Er wird sich auch mit Empfehlungen für die Lagerung der Asse-Abfälle, von Abfällen aus der Urananreicherung sowie der sonstigen „nicht Konrad-gängigen“ schwach und mittel radioaktiven Abfälle beschäftigen. Dazu gehören auch Aussagen, welche Randbedingungen erfüllt sein müssen, damit sie mit den HAW-Abfällen endgelagert werden können."[4]

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
6 Stimmen
 
003

Mithin genießt nach Auffassung der Kommission die Auswahl eines Standorts für ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle Priorität: Der Lösung dieses Problems gegenüber betrachtet die Kommission die zusätzliche Endlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle am gleichen Standort als nachrangig. Sie darf insbesondere nicht zu einer Verringerung des Sicherheitsniveaus für die hoch radioaktiven Abfälle oder zu einem Ausschluss der für die Lagerung der hoch radioaktiven Abfälle geeigneten Standorte auf Grund fehlender Flächengröße für die nicht für Schacht Konrad vorgesehenen schwach und mittel radioaktiven Abfälle führen.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
7 Stimmen
 
004

Hieraus folgt, dass im Standortauswahlverfahren primär die Eignung von Standorten für die Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle geprüft und die Standortoptionen schrittweise auf die Standortentscheidung hin eingeengt werden. Das in den vorangegangenen Kapiteln B 6.3 bis B 6.5 beschriebene Verfahren und die hierfür anzuwendenden Kriterien dienen primär diesem Zweck. Im Rahmen der Abwägung von Standorten, die sich für eine Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle eignen, ist dann zusätzlich zu prüfen, ob ein Standort auch die Randbedingungen für ein zusätzliches Endlager oder einen Endlagerbereich für schwach und mittel radioaktive Abfälle erfüllt.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
7 Stimmen
 
005

Die Entsorgungskommission (ESK) hat im Ergebnis ihrer Beratungen im Mai 2016 ein Diskussionspapier[5] zum gleichen Thema veröffentlicht, das sich ausführlich mit den technisch- wissenschaftlichen Ansprüchen an die Endlagerung schwach und mittel radioaktiver Abfälle am Standort des Endlagers für hoch radioaktive Abfälle auseinandersetzt. Die Kommission hat dieses Diskussionspapier zur Grundlage ihrer diesbezüglichen Beratungen gemacht.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
6 Stimmen
 
006

Im Nationalen Entsorgungsprogramm und im Diskussionspapier der ESK sind folgende Abfallarten und grob abgeschätzte Mengen an schwach- und mittel radioaktiven Abfällen angegeben, für die das Endlager Konrad nicht zur Verfügung steht und für die daher eine Endlagerung am Standort des Endlagers für hoch radioaktive Abfälle geprüft werden soll[6]:

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
5 Stimmen
 
007

-Abfälle aus der Urananreicherung (bis zu 100.000 Kubikmeter)
-rückzuholende Abfälle aus der Schachtanlage Asse II (bis zu 220.000 Kubikmeter)
-sonstige Abfälle, die nicht in das Endlager Konrad eingelagert werden können
(> 6.000 Kubikmeter)

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
6 Stimmen
 
008

Die oben angegebenen Schätzwerte geben die Größenordnung der zu erwartenden Abfallmengen wieder. Im Detail sind sie aus heutiger Sicht unbestimmt:

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
7 Stimmen
 
009

-Die Abfallmenge aus der Urananreicherung ist abhängig davon, wie lange die Anlage in Gronau betrieben wird, mit welcher Kapazität sie während der Gesamtbetriebszeit betrieben wird, welche Abreicherungsgrade vorliegen, und außerdem davon, welcher Anteil des anfallenden abgereicherten Urans vom Anlagenbetreiber einer Verwertung zugeführt wird. Erst mit dem Ende des Anlagenbetriebs wird hier die Abfallmenge feststehen.
-Der tatsächliche Anfall der Abfälle aus der Schachtanlage Asse II, sowohl hinsichtlich ihrer Menge als auch ihrer Charakteristika, ist ebenfalls nur mit sehr großer Unsicherheit zu prognostizieren und wird erst nach der Rückholung und Konditionierung aller Asse-Abfälle feststehen.
-Letztlich wird sich auch die Menge der sonstigen nicht für das Endlager Konrad geeigneten Abfälle erst im Zuge der Produktkontrolle der für das Endlager Konrad vorgesehenen Abfälle ergeben. Denn Abfälle, bei denen es sich herausstellt, dass sie nicht erfolgreich produktkontrolliert werden können, werden damit zu sonstigen nicht für das Endlager Konrad geeigneten Abfällen.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
6 Stimmen
 
010

Es handelt sich also um eine volumenmäßig noch unbestimmte, aber sicher große Menge, ein Vielfaches des für die hoch radioaktiven Abfälle anzusetzenden Volumens. Sie wird sich auf den Platzbedarf des Endlagers maßgeblich auswirken, sowohl was die Einlagerungsbereiche unter Tage als auch die Betriebseinrichtungen über Tage betrifft.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
7 Stimmen
 
011

Zudem ist sie stofflich sehr komplex zusammengesetzt. Von den Abfällen können durch Reaktion untereinander und mit ihrer Umgebung Auswirkungen ausgehen, die vom Eintrag von CO2 aus der Zersetzung organischer Bestandteile, dem Eintrag von Wasserstoff aus der Metallkorrosion, Veränderungen des pH-Wertes bis hin zum Eintrag löslicher Salze, Komplexbildner und gegebenenfalls weiterer, bis dato noch nicht näher bestimmter Stoffe reichen können[7]. Umgekehrt können die eingelagerten Abfälle unter den Einfluss des von den hoch radioaktiven Abfällen ausgehenden Wärmeeintrags geraten und hierauf mit sich ändernden chemischen Reaktionen und/oder Reaktionsgeschwindigkeiten reagieren. Von diesen Auswirkungen gehen Risiken für das Endlager aus, die so zu minimieren sind, dass sie die Betriebs- und Langzeitsicherheit in keiner Weise beeinträchtigen.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
6 Stimmen
 
012

Die Entsorgungskommission (ESK) nennt in ihrem Diskussionspapier zwei zentrale Maßnahmenkategorien[8] die dazu dienen, negative Wechselwirkungen zu minimieren oder zu vermeiden: die Konditionierung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle und die räumliche Trennung der Einlagerungsbereiche, so dass eine gegenseitige Beeinflussung ausgeschlossen werden kann. Beide Maßnahmenkategorien sind auch aus Sicht der Kommission unverzichtbar, wenn eine Endlagerung von hoch radioaktiven sowie schwach- und mittelradioaktiven Abfällen am gleichen Standort realisiert werden soll.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
7 Stimmen
 
013

Insbesondere an die erforderliche Konditionierung der schwach und mittel radioaktiven Abfälle sind hierbei sehr hohe Anforderungen zu stellen, die zudem für das den Standort jeweils prägende Wirtsgestein und das zugehörige Endlagerkonzept spezifisch sein werden. Grundsätzlich muss dabei eine weitgehende Inertisierung der radioaktiven Abfälle erreicht werden, mit der insbesondere eine die Einschlussqualität in Frage stellende Gasbildung weitgehend vermieden wird. Das Diskussionspapier der ESK[9] nennt hier als relevante Parameter die Beständigkeit und Korrosionsresistenz der Abfallbehälter, die Fixierung der Radionuklide in der Abfallmatrix sowie den Wassergehalt und den Gehalt an organischen Verbindungen in den Abfällen. Entsprechende Konditionierungsmaßnahmen wären Trocknung, Pyrolyse o.ä. für organische Substanzen, Einschmelzen metallischer Bestandteile bis hin zur Verglasung mineralischer Substanzen oder Einbindung in keramische Werkstoffe. Hinzu käme gegebenenfalls eine vorherige Abtrennung von Salzen (insbesondere für die Abfälle aus der Schachtanalage Asse II) unter Rückhaltung, Rückgewinnung und separater Konditionierung leicht löslicher Radionuklide.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
6 Stimmen
 
014

Der Preis für eine gemeinsame Endlagerung wäre also eine sehr umfangreiche Konditionierung. Die Kommission ist wie die ESK[10] der Auffassung, dass die hierfür erforderlichen Anlagen die Kapazitäten heute üblicher Konditionierungseinrichtungen bei weitem übertreffen würden. Damit ist nicht ausgesagt, dass diese Konditionierungseinrichtungen am gleichen Standort wie das Endlager entstehen müssten, dennoch ergäbe sich selbstverständlich auch für die übertägigen Anlagen des Endlagerstandorts mindestens ein zusätzlicher Bedarf an Lager- und Handhabungs-Kapazitäten.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
7 Stimmen
 
015

In Abhängigkeit von der Konditionierung ergäbe sich am Ende des Prozesses das erforderliche Volumen der endzulagernden Abfallgebinde, für das am gemeinsamen Standort ein oder mehrere geeignete Endlagerbereiche auszuweisen wären. Zwar ist bei der Endlagerung der schwach- und mittel radioaktiven Abfälle kein thermisch bedingter Mindestabstand der Gebinde wie bei den hoch radioaktiven Abfällen zu berücksichtigen. Dennoch wird der Raumbedarf dieser Abfälle das erforderliche Volumen des Endlagerbergwerks deutlich vergrößern, wahrscheinlich vervielfachen.

Abstimmung geschlossen
Abstimmung geschlossen
7 Stimmen

Am meisten diskutiert

Absatz Komm. Stimmen
3 2
7
17 2
6
108 2
5
110 2
5
10 1
7
24 1
6

Aktivste Benutzer

BenutzerIn Komm. Stimmen
alieb 18 16
Volker G... 2 159
gerhard.... 2 16
Klaus-Jü... 2 0
endlager... 1 0
Alfred M... 1 0

Aktuelle Kommentare